Wort zum Monat August 2017

Schwäche zeigen

Wer etwas gelten und im Leben Erfolg haben will, der darf keine Schwäche zeigen. Das lernt man schon auf dem Schulhof. Sei stark! Und wenn du es nicht bist, dann tu wenigstens so als ob! Mancher hat das Stärke-Zeigen so verinnerlicht, dass er seine Schwächen gar nicht mehr wahr­haben will. Und das ist nicht nur eine Managerkrankheit. Auch manches Gotteskind tut sich schwer damit, Schwäche zu zeigen und sich Schwachheiten einzugestehen.

Immer freudig bei der Sache, immer stark im Glauben, immer treu in der Nachfolge, immer bereit zur Versöhnung und, und, und …

Unglaube, Zweifel, Versagen? Nicht bei mir! Aber wer könnte von sich behaupten, immer auf der Höhe des Glaubens zu sein? Nie schwach zu werden, nie am Boden zu liegen, nie jämmerlich zu versagen?

Das eigentliche Problem bei diesem Verdrängen der eigenen Schwäche ist nicht, dass man sich selbst größer macht, als man in Wahrheit ist. Fatal ist, dass damit der Stellenwert der Gnade sinkt. Denn die Größe der Gnade weiß nur der recht zu schätzen, der sich seiner Schwächen vollkommen bewusst ist. Und der sich nicht scheut, auch einmal zu sagen „Herr, ich glaube, hilf meinem Unglauben!“

Impuls aus einem Gottesdienst des Stammapostels (aus: „Unsere Familie“ 15/2017)