Wort zum Monat Dezember 2017

Dezember 2017: Weihnachten – Fest der Allmacht Gottes

Weihnachten ist das Fest der Liebe, das Fest der Freude, das Fest des Friedens und ein Fest der Besinnlichkeit. Für viele, die den christlichen Ursprung und Gehalt des Weihnachtsfests kaum kennen, ist Weihnachten vor allem ein Fest des Schenkens und ein Fest der Familie. In all den Beschreibungen erschöpft sich die Bedeutung des Festes aber noch lange nicht.

Die Geburt Jesu, die Menschwerdung des Gottessohnes, ist vor allem auch ein Zeichen der Allmacht Gottes. Weihnachten zeigt aller Welt unmissverständlich: Gott lässt sich nicht aufhalten, die Welt von der Macht des Bösen zu befreien. Gott will, dass allen Menschen geholfen werde. Dieses Ziel verfolgt er mit aller Macht. Unaufhaltsam. Niemand hält Gott auf, der Menschheit Heil und Erlösung zu schenken. Nichts konnte sein Vorhaben verhindern, die Sünde und den Tod endgültig und ein- für allemal zu bezwingen. Weihnachten zeigt uns: Gottes Liebe ist stärker als aller Hass, Gottes Barmherzigkeit ist größer als alle Schuld.

Gott ist allmächtig. Nichts wird ihn daran hindern, dich und mich in die ewige Gemeinschaft mit ihm zu führen. Nichts kann ihn daran hindern, dich und mich von allem Bösen zu erretten. Und nichts und niemand kann uns jemals aus der Hand Gottes reißen. Dafür hat uns Gott seinen Sohn geschenkt.

Impuls aus einem Gottesdienst des Stammapostels (aus: „Unsere Familie“ 24/2017)

Wort zum Monat November 2017

November 2017: Seine Herrlichkeit verkünden

Die Jahreslosung „Ehre sei Gott, unserem Vater“ begleitet uns durch das gesamte Jahr – ja, durch unser ganzes Leben. Es ist Aufgabe und zugleich Bedürfnis des Christen, immer wieder die Größe der göttlichen Schöpfung zu erkennen, Gott dafür zu danken und ihn zu loben.

Nachdem wir alles Seiende als Schöpfung erkannt haben, wollen wir aus dieser Erkenntnis heraus Gott, dem Schöpfer danken und loben. Und dann entsteht ein drittes Anliegen: seine Herrlichkeit zu verkünden. Und wie machen wir das in unserem Leben?

Indem wir uns wie Gotteskinder verhalten. Lasst uns öffentlich machen, was wir erkannt haben und wofür wir dankbar sind.

  • Wir vergeben dem Nächsten – weil Gott uns vergibt.
  • Wir erbeten Heil – für alle Menschen, auch für diejenigen, die uns verletzt haben.
  • Wir sind voller Zuversicht – in dem Wissen, dass Gott nichts hindern kann, uns sein Reich zu geben.
  • Wir entwickeln uns – Gott hat Leben in uns hineingelegt, das sich entfalten soll.
  • Wir tragen zur Einheit bei – in dem Wissen, alle Menschen haben nur einen Gott und Vater.
  • Wir fokussieren uns – auf das ewige Leben, das Erbe Gottes. Es ist das Wichtigste in unserem Leben.

Wenn jeder in diesem Sinne tätig wird, wird daraus Segen erwachsen – für uns selbst und für den Nächsten.

Herzliche Grüße,

Ihr Jean-Luc Schneider

Wort zum Monat Oktober 2017

Zu kurz gedacht

Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft sagt man häufig nach, sie planten oft nur bis zur nächsten Wahl oder Aktionärsversammlung; lang­fristiges und strategisches Denken über den Tag hinaus seien eher Mangelware. Ob der Vorwurf berechtigt ist, sei dahingestellt. In großen Zeiträumen zu denken ist dem Menschen von Natur aus nicht unbedingt mitgegeben. Selbst der Gläubige, der weiß, dass Gottes Heilsplan weit mehr umfasst als nur sein irdisches Dasein und dass es fatal wäre, allein in diesem Leben auf Christus zu hoffen, sieht oft nur, was vor Augen steht.

Die Israeliten sahen nur, dass Gott sie in die Wüste führte, und damit hatten sie ein Problem. Gott wollte sie aber nicht in die Wüste führen, sondern in die Freiheit, in das verheißene Land.

Wir sehen unseren Lebensweg mit seinen Sorgen und Anfechtungen und haben oft Probleme damit, dass das Leben so ist, wie es ist. Aber Gott will uns nicht in Bedrängnisse führen, sondern in sein Reich, in die herrliche Freiheit der Kinder Gottes, ja, in eine neue Schöpfung. Sein Plan reicht über den Tag hinaus.

Wir sehen die gegenwärtige Entwicklung der Kirche und des Christentums in manchen Regionen und fragen uns: Wo soll das hinführen, wenn der Trend so weitergeht? Aber Christus will seine Kirche nicht abwickeln, sondern durch sie das umfassende Heil aller in der Geschichte verwirklichen und sie vollenden in Herrlichkeit. Sein Plan reicht über den Tag hinaus. Vergessen wir das nicht!

Impuls aus einem Gottesdienst des Stammapostels

Wort zum Monat September 2017

Ohne Worte

Schade – schon wieder tritt einer in den Ruhestand, der wirklich etwas zu sagen hatte. Da schlief keiner ein, wenn der predigte, auch nicht, wenn es mittwochabends heiß und stickig war und man einen anstrengenden Tag hinter sich hatte. Sein Wort hatte Gewicht, nicht nur im Gottesdienst, auch bei den Seelsorgebesuchen, auch, wenn er beim Verabschieden noch ein Wort zu einem sagte. Und man merkte: Dahinter stand auch viel Lebens- und Glaubenserfahrung. Und so einer sitzt jetzt in der Kirchenbank! Den hätte man gerne noch länger im aktiven Dienst gesehen.

Doch wer sagt denn, dass ein Amtsträger, der im Ruhestand ist, nicht mehr predigt? Jetzt zwar nicht mehr mit Worten, aber oft genauso wirksam wie vorher. Die Predigt ohne Worte ist manchmal vielleicht sogar noch effektiver als die am Altar.

Wie der die manchmal gewöhnungsbedürftigen jungen Brüder annimmt, wie der mit Veränderungen umgeht, wie der um Verständnis für die Gemeindefusion bei denen wirbt, die sich damit schwertun, wie der sich an neue Gegebenheiten anpasst, wie er selbst das lebt, was er vorher gelehrt hat, das ist schon beispielhaft. –

Wohl der Gemeinde, die solche Prediger hat!

Impuls aus einem Gottesdienst des Stammapostels (aus: „Unsere Familie“ 17/2017)

Wort zum Monat August 2017

Schwäche zeigen

Wer etwas gelten und im Leben Erfolg haben will, der darf keine Schwäche zeigen. Das lernt man schon auf dem Schulhof. Sei stark! Und wenn du es nicht bist, dann tu wenigstens so als ob! Mancher hat das Stärke-Zeigen so verinnerlicht, dass er seine Schwächen gar nicht mehr wahr­haben will. Und das ist nicht nur eine Managerkrankheit. Auch manches Gotteskind tut sich schwer damit, Schwäche zu zeigen und sich Schwachheiten einzugestehen.

Immer freudig bei der Sache, immer stark im Glauben, immer treu in der Nachfolge, immer bereit zur Versöhnung und, und, und …

Unglaube, Zweifel, Versagen? Nicht bei mir! Aber wer könnte von sich behaupten, immer auf der Höhe des Glaubens zu sein? Nie schwach zu werden, nie am Boden zu liegen, nie jämmerlich zu versagen?

Das eigentliche Problem bei diesem Verdrängen der eigenen Schwäche ist nicht, dass man sich selbst größer macht, als man in Wahrheit ist. Fatal ist, dass damit der Stellenwert der Gnade sinkt. Denn die Größe der Gnade weiß nur der recht zu schätzen, der sich seiner Schwächen vollkommen bewusst ist. Und der sich nicht scheut, auch einmal zu sagen „Herr, ich glaube, hilf meinem Unglauben!“

Impuls aus einem Gottesdienst des Stammapostels (aus: „Unsere Familie“ 15/2017)

Wort zum Monat Juli 2017

Ein bisschen gesündigt

Wer versucht, sich einigermaßen gesund zu ernähren, achtet darauf, bestimmte Regeln einzuhalten. Hat man sich einmal darauf eingestellt, klappt das auch ganz gut. Hin und wieder passiert aber doch mal ein „Ausrutscher“ ‒ ein Glas Wein zu viel, ein Schokoriegel zwischendurch oder das Stück Torte, das man an der Kaffeetafel nicht zurückweisen kann.

Wer bemüht ist, sein Leben nach den göttlichen Geboten und im Einklang mit dem Evangelium zu führen, hat oft eine ähnliche Wahrnehmung: Eigentlich klappt es ganz gut, bis auf ein paar Ausrutscher, die einem bei allem Bemühen eben doch unterlaufen. Nichts Gravierendes, so sagt man sich, nicht die Regel, sondern die Ausnahme: hier nicht ganz die Wahrheit gesagt, da kurz die Beherrschung verloren und dort etwas über die Stränge geschlagen. Meist bereut man es auch hinterher, dass man „ein bisschen gesündigt“ hat.

Aber „nur ein bisschen“ gibt es bei Gott nicht. Wer nur ein einziges Gebot verletzt, der ist am ganzen Gesetz schuldig, sagt die Schrift. Denn er hat gegen die Ordnung Gottes verstoßen. Und die gibt es immer nur als Ganze. Zum Glück aber auch die Gnade.

Keiner muss sich fürchten, nur ein bisschen Gnade abzubekommen. Denn wo die Sünde mächtig ist, da ist die Gnade noch viel mächtiger.

Impuls aus einem Gottesdienst des Stammapostels (aus: „Unsere Familie“ 13/2017)

Wort zum Monat Juni 2017

Vereinzelung

Verschiedenheit unter Menschen kann sehr bereichernd und befruchtend sein. Man kann sich an der Vielfalt der Charaktere, Begabungen und Lebenserfahrungen erfreuen und seinen Horizont erweitern.

Verschiedenheit kann aber auch als Zumutung empfunden werden. Man muss sich arrangieren, Unterschiede akzeptieren, Spannungen aushalten, Gewohntes in Frage stellen und Gemeinsamkeiten suchen. Das kostet Kraft, Mühe und Einsatz. Und nie kann man ausschließen, dass die Unterschiede zu Konflikten führen. Die Lösung sehen viele heute darin, dass man sich das Andere und am besten auch die Anderen vom Leib hält: Vereinzelung statt Gemeinschaft, Isolation statt Offenheit. Am besten bleibt man für sich, dann hat man seine Ruhe.

Gemeinde funktioniert aber nur als Gemeinschaft. Die ist für manchen zwar auch mit Zumutungen verbunden, aber sich zurückziehen ist keine Lösung. Nur in der Gemeinschaft erlebe ich den Reichtum des Glaubens, spüre ich die Kraft der Liebe, habe ich einen Blick für das große Ganze und gerate nicht in die Gefahr, mich als Nabel der Welt oder der Kirche zu sehen. Nur in der Gemeinschaft lässt sich die ansteckende Freude erleben, die entsteht, wenn man zusammen Gott lobt und ihm die Ehre gibt. Und nur in der Gemeinschaft kann ich vollenden, allein schaffe ich das nicht.

Impuls aus einem Gottesdienst des Stammapostels (aus: „Unsere Familie“ 11/2017)

Wort zum Monat Mai 2017

Überraschung

Wir hören ein Wort – wir kennen es schon auswendig, wir hören es schon zum fünfzigsten Mal – und plötzlich legt Gott etwas Besonderes in dieses Bibelwort, das wir von Kind auf kennen. Auf einmal bekommt dieses Wort eine ganz andere Bedeutung für uns. Altbekannt und doch überraschend neu! So haben wir das noch nie gehört.

Der Chor trägt ein Lied vor – gar nicht mal so gut darge­boten, das wurde schon schöner gesungen, und wir kennen dieses Lied auswendig – aber heute, in diesem Gottesdienst, hören wir es anders. Der Heilige Geist hat uns etwas Besonderes in dem einen Vers offenbart, bei dem wir sonst gar nicht mehr bewusst hingehört haben. Plötzlich stellen wir fest: Heute habe ich diese Worte erst wirklich verstanden. Ja, genau, das ist es!

Der liebe Gott kann uns überraschen ‒ durch einen Gedanken, eine Herzensregung, bei der wir spüren: Das war jetzt nur für mich. Ganz persönlich.

Er kann dich auch mit einem unvermuteten Segen überraschen. Plötzlich lässt er dich eine Freude erleben, die du nicht erwartet hast. Er schenkt dir durch einen Bruder oder eine Schwester, einen Bekannten eine Wohltat, mit der du nicht gerechnet hast. Plötzlich merkst du: Das war der Segen des Herrn!

Und er kann dich überraschen durch seine Hilfe. Du denkst vielleicht: Ach, da geschieht nichts mehr. Ich muss mich damit abfinden, dass alles so bleibt, wie es ist. Und plötzlich überrascht dich dein himmlischer Vater durch seine Hilfe.

Auch wenn in deinem Glaubensalltag einmal alles grau, verbraucht und abgenutzt erscheint ‒ täusche dich nicht: Noch heute kann dein Vater dich mit seinem Segen, mit seiner Hilfe überraschen!

Impuls aus einem Gottesdienst des Stammapostels (aus: „Unsere Familie“ 09/2017)

Wort zum Monat April 2017

Gott und seine Schöpfung erkennen

Das Jahresmotto „Ehre sei Gott, unserem Vater“ beinhaltet drei Aufgaben, die wir uns für 2017 vorgenommen haben. Das Erkennen der Herrlichkeit Gottes und seines Wirkens steht ganz am Anfang. Die Herrlichkeit Gottes in ihrer Größe zu erkennen ist sehr anspruchsvoll. Mit dem Heiligen Geist aber ist es uns möglich, das Wirken Gottes zu erfassen. – Was gilt es denn zu erkennen?

  • Gott hat die sichtbare Welt geschaffen. Alles kommt von ihm. Sein Wille ist Ursprung von allem. Lasst uns Gott als Schöpfer anerkennen und keine Zweifel an seiner Urheberschaft auf­kommen: „Wenn sie aber schon über ihre Macht und Kraft staunten, hätten sie merken sollen, um wie viel mächtiger der ist, der das alles bereitet hat. Denn es wird an der Größe und Schönheit der Geschöpfe ihr Schöpfer wie in einem Bild erkannt“ (Weish 13,4–5).
  • Gott hat die unsichtbare Welt geschaffen. Neben der sichtbaren, materiellen Schöpfung hat Gott auch die geistige Welt geschaffen. Zu dieser Welt gehört die lebendige Seele des Menschen. Gott hat den Weg dafür gelegt, dass der Mensch in die Gemeinschaft mit ihm zurückkommen kann. „Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben“ (Joh 3,16). Das ist der Weg! So sagt es uns der Heilige Geist.
  • Gott stellt die Schöpfung allen Menschen zur Verfügung. Er ist und bleibt Eigentümer seiner Schöpfung. Und er sorgt dafür, dass alles in seiner Schöpfung weitergeht. Uns Menschen hat er die sichtbare Schöpfung zum verantwortungsvollen Umgang anvertraut: „… und machet sie euch untertan“ (1Mo 1,28). Wir wollen seine Schöpfung achtsam behandeln und mit den Ressourcen verantwortlich umgehen.

Wir wollen Gott als Schöpfer erkennen und anerkennen. Die sichtbare und unsichtbare Schöpfung ist für alle Menschen geschaffen. Dieses Erkennen ist Ausgangspunkt für unser Loben und Danken, und es ist Grundlage, dass wir von Gott sprechen und seine Herrlichkeit verkündigen.

In diesem Sinne wünsche ich uns großartige Einblicke in göttliche Dimensionen.

Stammapostel Jean-Luc Schneider (aus: UF 07/2017)

Wort zum Monat März 2017

Den kenn’ ich doch!

Neugier ist ein menschlicher Wesenszug. Wir möchten gerne wissen, wer der ist, dem wir begegnen, der unser Nachbar oder Kollege ist, dessen Foto wir in der Zeitung sehen, dessen Namen wir in den Nachrichten lesen, bei dem wir auf dem Wahlzettel unser Kreuz machen, der uns am Bankschalter bedient, der uns in der U-Bahn gegenübersitzt. Viele Probleme in unserer Gesellschaft haben ihre Ursache darin, dass man den anderen nicht wirklich kennt und nichts über ihn weiß. Aber wer Gott kennt und von Jesus Christus weiß, der kennt auch seinen Mitmenschen.

Wir wissen das Wichtigste von unserem Nächsten. Wir wissen, dass Jesus ihn liebt. Wir wissen, dass Jesus für ihn gestorben ist. Wir wissen, dass Jesus ihm das Heil schenken möchte – die ewige Gemeinschaft mit ihm. Vielleicht schon morgen, vielleicht erst in jener Welt.

Diese Erkenntnis ist viel größer als alles, was wir sonst über diesen Menschen wissen können. Denn sie bewahrt uns davor, ihn falsch zu beurteilen. Ich kann einen Menschen nicht verdammen und verwerfen, wenn ich weiß: Jesus kennt ihn. Und er liebt ihn. So wie er ist. Wie er mich liebt, so wie ich bin. Ich weiß zwar nicht, wie er tickt, warum er sich so verhält, warum er so redet, was er denkt, aber ich weiß: Auch er ist von Gott geliebt!

Impuls aus einem Gottesdienst des Stammapostels (aus: „Unsere Familie“ 05/2017)